• Warum ist die Thematik der Regelenergie für Erneuerbare Energien so wichtig?
  • Die Vermarktung von Wind- und Solarstrom benötigt immer ein gewisses Maß an Regelenergie da die fluktuierende Produktion nie zu 100% ausgeglichen werden kann. Es gibt immer kurzfristige Schwankungen in der ein Handeln an der Börse nicht mehr möglich ist. Zudem tragen Eisman-Abschaltungen der Netzbetreiber häufig dazu bei.
  • Ausgangssituation: Das aktuelle Markt-Design entspricht dem von 2011 mit kleineren Anpassungen zu den Ausschreibungsintervallen im Jahr 2017
  • Im Jahr 2018 sind die Leistungspreise fast konstant bei null Euro.
  • Wie kann das passieren?
  • Biogasanbieter drängen in den Markt und verdrängen zusammen mit anderen Anbietern ohne Vorhaltekosten die thermische Kraftwerksbetreiber. Sie bieten in der Leistungspreis Auktion zu null Euro Ihre Mengen an und verlangen danach signifikant höhere Arbeitspreis.
  • Die Folge: Die Arbeitspreise beginnen signifikant zu steigen.
  • Sommer 2018, teils chaotische Marktzustände mit gefährlichen Arbeitspreisen und Ausgleichsenergiepreis Niveaus von mehr als 1000 Euro sind täglich zu beobachten.
  • Gründe hierfür: Regelenergieanbieter stellen Mondpreise ein und bedrohen den Markt. Diese Preise haben nichts mehr mit Grenzpreisen oder Wettbewerb zu tun.
  • BNetzA realisiert, dass das aktuelle Markt-Design nicht mehr wie vorgesehen funktioniert und den Markt bedroht.
  • BNetzA reagiert schnell und führt das Mischpreisverfahren ein um den Wettbewerb bei den Arbeitspreisen und somit gemäßigtere Ausgleichsenergiepreise wiederherzustellen
  • Next Kraftwerke klagt gegen die schnelle Einführung und erzwingt eine Übergangsfrist von 3 Monaten. Der Markt ist in diesem Zeitraum enormen Preisrisiken ausgesetzt. BNetzA reagiert nicht.
  • 16. Oktober 2018 das Mischpreisverfahren tritt offiziell in Kraft.
  • In den folgenden Tagen zeigen sich bereits deutlich höhere Regelenergieabrufe. BNetzA Reagiert nicht.
  • Vorwurf an die BNetzA: Untätigkeit! Mit einfachen kleinen Eingriffen hätte man dem schnell und effektiv entgegenwirken können. Effektive Lösung wäre gewesen: 80% Kriterium auf 50% heruntersetzen, zweites 80% Kriterium mit einem Preisaufschlag von 500 Euro einzuführen.
  • Juni 2019 es kommt zu kritischen Netzsituationen, mehr als das doppelte der vorgehaltenen Regelleistung wird benötigt. Hier zeigt sich wozu die Untätigkeit der BNetzA führen kann.
  • 22. Juli 2018 das OLG Düsseldorf hebt das Mischpreisverfahren wieder auf. Begründung, es benachteilige zu stark die Erneuerbaren Energien. (So die Mitteilung von Next Kraftwerke - Das Urteil liegt bis jetzt nicht öffentlich vor)
  • Die BNetzA kündigt Rechtsmittelverzicht an und stellt den Ausgleichsenergiemarkt völlig überhastet auf das alte Leistungspreisverfahren um. Wohlwissend, dass dieses Verfahren aus dem Jahr 2011 sich bereits in 2018 als ein nicht funktionierendes Mart-Design herausgestellt hat, welches von einigen Marktteilnehmern schamlos ausgenutzt wird.
  • Der Markt ist von dieser Entscheidung völlig überrascht.
  • Aus Sicht des Vermarkters eines 100% Erneuerbaren Energien Portfolios von Wind- und Solarstrom ist dies überhaupt nicht nachzuvollziehen. Vermarkter von Wind und Solarstrom sind durch diese Entscheidung extremst negativ betroffen.
  • Bundesverband der Erneuerbaren Energien begrüßt die Aufhebung. Auch dies ist überhaupt nicht nachzuvollziehen. Der Verband scheint sich auf die Interessen von Biogasbetreiben zu fokussieren.
  • Der Einzige Profiteur der Abschaffung sind die Betreiber von Biogasanlagen. Auf Kosten des gesamten Restmarktes werden Mondpreise beim Arbeitspreis angeboten und auch zugeschlagen. Vor allem auf Kosten von Vermarktern von Wind- und Solarstrom und Stadtwerken mit Verbrauchsportfolien.
  • Am ersten Tag der Einführung, 31.08.2019, zeigen sich bereits extremste Ausgleichsenergiepreise. Es zeigt sich ein maßloses Bieterverhalten und reine Profitgier mit Preisen deutlich über 20.000 EUR bereits bei geringen Regelenergieabrufen.
  • Im Markt herrscht zum Teil existenzielle Angst vor den Auswirkungen dieser Preissituation. Zudem können hohe Regelenergieabrufe auch nach der Abschaffung des Mischpreisverfahrens wieder beobachtet werden.
  • In den folge Tagen entspannt sich die Preissituation etwas, ist aber immer noch auf einem ungesunden Niveau. Ein blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Deutschland auf einmal mit die teuersten Ausgleichsenergiepreise in ganz Europa hat.
  • Am Sonntag 04.08.2019 zeigen sich erneut extreme Preise bei der negativen Minutenreserve von -48.000 Euro je MWh. Die Intraday Strompreise handeln an der Börse bis maximal -10 EUR je MWh. Mehr als die Hälfte der negativen Minutenreserve ist zu einem Preis von -94755 Euro je MWh angeboten und durch die Netzbetreiber akzeptiert worden. Noch einmal, der Referenzbörsenpreis in dem Zeitbereich lag bei 28 EUR je MWh und der niedrigste Intraday Preis bei -10 EUR je MWh.
  • Die Preisdifferenz ist durch nichts zu rechtfertigen. Eine Knappheit von Flexibilität nach unten scheint generell nicht gegeben zu sein. Es scheint diese Knappheit nur im Regelenergiemarkt zu geben, da hier ein veraltetes, nicht mehr funktionierende Markt-Design zugelassen ist, welches die Profitgier einiger Regelenergieanbieter nicht begrenzen kann. Dies wird von diesen Anbietern schamlos ausgenutzt.
  • Es ist leider davon auszugehen, dass sich diese Preisdynamik an Tagen mit hohem Windaufkommen wiedereinstellen wird. Da die schamlosen Regelenergieanbieter darauf wetten werden an diesen Tagen mit Ihren extremen Preisen aufgrund der Windschwankungen zum Zuge zu kommen.
  • Wir fordern die BNetzA auf, dem sofort Einhalt zu gebieten und dauerhaft geordnete Marktbedingungen wiederherzustellen.

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